Glossary


Anpassung
Anpassung besteht darin, die Konsistenz von an verschiedenen Stellen verbuchten Beträgen gleicher Herkunft zu prüfen. Beispielsweise wird geprüft, ob eine Rechnung bezahlt wurde.
Umrechnungen und Rückumrechnungen führen unweigerlich zu Rundungsdifferenzen (siehe Rundungsdifferenzen). Bei automatischer Anpassung können solche Differenzen ein Anpassungsproblem hervorrufen.
Wenn Sie beispielsweise eine Rechnung über 198,10 hfl ausstellen, und der Kunde zahlt die Rechnung von seinem Euro-Bankkonto als 89,89 EUR (zum Kurs von 1 EUR = 2,20371 hfl) an Ihr Bankkonto in hfl, wird die Bank den erhaltenen Betrag wieder in die ursprüngliche Währung umrechnen (198,09 hfl). Die ursprünglich fakturierten 198,10 hfl entsprechen nicht den erhaltenen 198,09 hfl.
Das Anpassungsproblem läßt sich vermeiden, indem man die Zahlungen in der Währung der Rechnung leistet, oder es kann gelöst werden, indem man bei der Anpassung einen gewissen Grad an Toleranz zuläßt. Des weiteren müßte die Differenz als eine spezifische Rundungsdifferenz ausgewiesen werden, um zu gewährleisten, daß der verbleibende Rest nicht als offener Posten oder Zuwachs betrachtet wird.
Betragsbezogene Kontrollen
Zahlreiche Anwendungen und Datenbanken verwenden betragsbezogene Kontrollen, um den Zugang zu spezifischen Transaktionen zu gestatten oder zu verweigern oder deren Angemessenheit zu überprüfen. Derartige Kontrollen können Genehmigungsschwellen beinhalten (beispielsweise ist bei einem Betrag über 100.000 Lit die Zustimmung des Managers erforderlich).
Falls die Basiswährung geändert wird, diese Kontrollbeträge jedoch unverändert bleiben (z.B. 100.000 EUR), wird die tatsächliche Schwelle von der beabsichtigten abweichen. Sind die Schwellen währungsabhängig (berücksichtigt das System beispielsweise bei der Kontrolle den Währungscode), entstehen dadurch keinerlei Probleme. Sind die Schwellen jedoch nicht währungsabhängig, werden Sie die Beträge ändern müssen.
Betriebliche Auswirkungen
Die Einführung des Euro wird wichtige Folgen für die täglichen Arbeitsabläufe in Ihrem Unternehmen haben. Ein Unternehmen muß eine Reihe von Änderungen vornehmen, um in Euro arbeiten zu können (Registrierkassen, Etiketten, EDV-Systeme usw.) und sich betriebsintern auf Euro umzustellen (Änderung von Buchhaltungssystemen und -vorgängen, Lohnbuchhaltung usw.).
Betriebliche Folgenabschätzung
Leitfaden, der einem Unternehmen helfen soll, die strategischen und betrieblichen Auswirkungen der WWU auf seine Geschäftstätigkeit zu festzustellen. Die Bewertung bezieht sich auf sechs Bereiche: Kunden, Mitbewerber, Produkte und Dienstleistungen, Lieferanten, Organisation und Geschäftspartner.
Big-Bang-Ansatz
Das Unternehmen bereitet sich auf eine gleichzeitige Umstellung seiner gesamten Informationssysteme auf Euro vor, und der Euro wird zur Basiswährung. Dieser Ansatz ermöglicht es den Unternehmen, die Hindernisse eines gemischten Systems (halb Euro, halb nationale Währung) zu überwinden.
Binnenmarkt
Der europäische Binnenmarkt beinhaltet die vier Freiheiten in Übereinstimmung mit der Einheitlichen Europäischen Akte von 1986. Diese Freiheiten gewähren den freien Verkehr von Kapital, Waren, Dienstleistungen und Personen.
Delors-Bericht
Im Juni 1988 setzte der Europäische Rat einen Ausschuß ein, um die Möglichkeiten der Wirtschafts- und Währungsunion zu untersuchen. Diesem Ausschuß gehörten alle Präsidenten der Zentralbanken der Europäischen Union (EU) sowie einige unabhängige Experten an. Im April 1989 legten sie den "Delors-Bericht" vor, der als Ziel der Währungsunion die vollständige Liberalisierung des Kapitalverkehrs, vollständige Integration der Finanzmärkte, vollständige und irreversible Konvertierbarkeit der Währungen, unwiderrufliche Festlegung der Wechselkurse mit Beseitigung der Kursschwankungen und den möglichen Ersatz der Landeswährungen durch eine gemeinsame Währung festlegt. Dem Bericht zufolge sollte dies in drei Phasen geschehen, die von einer engeren Wirtschafts- und Währungskoordinierung schließlich zu einer einheitlichen Währung und einer Europäischen Zentralbank führen sollten.
Dezimalstellen
Die Euro-Währung hat zwei Dezimalstellen.
In Ländern wie Italien, Luxemburg, Spanien, Portugal und Belgien könnten die Anwendungen eventuell nicht in der Lage sind, die zwei Dezimalstellen, die für den Euro erforderlich sind, zu speichern, auszurechnen und anzuzeigen, da Währungen wie Lit, Lfr, Pta, Esc und Bfr keine Dezimalstellen haben.
Zudem kann die Verwendung zusätzlicher Dezimalstellen bei der Angabe von Beträgen in Euro wichtig werden, wenn kleine Beträge ausgedrückt werden sollen.
Der Wert eines Produktes von 0,15 FF würde beispielsweise 0,0225 EUR entsprechen. Nach der Abrundung würde dies 0,02 EUR ergeben, was 0,13 FF entspricht. Dieser Unterschied von 13% könnte erhebliche Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn Ihres Unternehmens haben. Nicht alle EDV-Systeme sind in der Lage, mit derart vielen Dezimalstellen umzugehen.
ECU (European currency unit - Europäische Währungseinheit)
Der ECU wurde 1979 geschaffen. Er ist ein Währungskorb, der sich aus 12 EU-Währungen auf Grundlage der wirtschaftlichen Bedeutung der jeweiligen Mitgliedstaaten zusammensetzt. Am 1. November 1993 wurde beschlossen, diesen Währungskorb einzufrieren und weitere, durch neue Beitritte hinzukommende Währungen nicht zu berücksichtigen. Am 1. Januar 1999 hat der Euro den ECU (offiziell und privat) ersetzt.
EDA
Der Elektronische Datenaustausch (EDA) besteht in der elektronischen Übertragung von Geschäftsdokumenten. Viele Unternehmen entscheiden sich für EDA als schnelle, kostengünstige und sichere Methode zum Versand von Bestellungen, Rechnungen und anderen häufig verwendeten Geschäftsunterlagen.
Mögliche Vorteile der Verwendung von EDA umfassen kürzere Vorlaufzeiten und reduzierte Lagerbestände, weniger Schreibarbeit, verbessertes Cash Management, erhöhte Effizienz und verbesserte Kundenzufriedenheit.
Einheitliche Europäische Akte
Durch die 1987 ratifizierte Einheitliche Akte wurden die Römischen Verträge ergänzt und modifiziert. Die EA hat die Kompetenzen der Gemeinschaft in mehreren Bereichen erweitert sowie die Entscheidungsverfahren verfeinert. Die Einführung von Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit im Rahmen des Kooperationsverfahrens war unter anderem eine Grundvoraussetzung zur Vollendung des Binnenmarktes. Politisch stand das Binnenmarktziel im Mittelpunkt. Darüber hinaus hat die EEA die seit 1970 praktizierte Europäische Politische Zusammenarbeit (EPZ) auf eine vertragliche Grundlage gestellt. Der Maastrichter Vertrag schreibt den durch die Einheitliche Akte vollzogenen Vertiefungsprozeß fort.
Euro
Der Euro wurde zum ersten Mal im Vertrag von Maastricht als europäische Rechnungseinheit erwähnt. Am 1. Januar 1999, dem Beginn von Stufe III, hat der Euro seinen Vorgänger, den ECU, im Verhältnis 1:1 ersetzt. Der Euro ist eine eigenständige Währung und kein Währungskorb. Der Euro wurde am 1. Januar 1999 per Gesetz die offizielle Währung der Teilnehmerländer der Europäischen Währungsunion.
Euro-Info-Center
Die Euro-Info-Center sind ein von der Europäischen Kommission eingerichtetes Netzwerk von 230 Anlaufstellen, deren Ziel es ist, Unternehmen in bezug auf europäische Fragen zu informieren, beraten und zu unterstützen.
Europäische Union (EU)
In Maastricht wurde beschlossen, den Namen der Europäischen Gemeinschaft in EU umzuändern, um sowohl die wirtschaftlichen als auch die politischen europäischen Standards zu unterstreichen. Diese neue Bezeichnung bezieht sich auf den auf drei Pfeiler beruhenden europäischen Aufbau: die Europäische Gemeinschaft, die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die Zusammenarbeit in den Bereichen Rechts- und Innenpolitik.
Europäische Zentralbank (EZB)

Die 1992 durch den Vertrag von Maastricht institutionalisierte EZB wurde im Juli 1998 mit dem vorrangigen Ziel errichtet, die Preisstabilität im Gebiet der WWU aufrechtzuerhalten. Die EZB umfaßt drei Entscheidungsgremien: den Rat, das Direktorium und den Erweiterten Rat.
Europäischer Rat
Das Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs und des Präsidenten der Kommission.
Europäisches System von Zentralbanken (ESZB)

Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den Zentralbanken der Mitgliedstaaten (nationale Zentralbanken - NZB). Auch die NZB der nicht an der Euro-Zone teilnehmenden Mitgliedstaaten sind Mitglieder des ESZB. Allerdings sind sie nicht an der Entscheidungsfindung bezüglich der europäischen Währungspolitik beteiligt.
Das ESZB ist ein unabhängiges System, dessen Hauptziel die Aufrechterhaltung der Preisstabilität ist. Unbeschadet dieser Zielsetzung sind seine grundsätzlichen Aufgaben:
· Die Definition und Umsetzung der Währungspolitik der Gemeinschaft;
· Die Abwicklung von Devisengeschäften;
· Das Verwahren und Verwalten der offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten und
· die Förderung des reibungslosen Funktionierens der Zahlungssysteme.
Europäisches Währungsinstitut (EWI)
Die Gründung des EWI am 1. Januar 1994 kennzeichnete den Beginn der zweiten Stufe der WWU. Während seiner Existenz als Übergangsorgan (1994 bis 1999) hatte das EWI zwei vorrangige Aufgaben:
· die Stärkung der Zusammenarbeit der europäischen Zentralbanken und der Koordination der Währungspolitik und
· die für die Errichtung des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB), für die Durchführung der einheitlichen Währungspolitik und für die Schaffung einer gemeinsamen Währung in der dritten Stufe erforderlichen Vorbereitungen zu treffen.
Frühzeitig aktiv
Ein Unternehmen, das sich für eine frühzeitige Umstellung entscheidet, wird die strategische Chance nutzen oder vorbeugende Maßnahmen zur Abwehr eventuell ermittelter Risiken ergreifen.
Frühzeitige Umstellung
Ein Unternehmen hat sich für die frühzeitige Umstellung auf den Euro als betriebsinterne Basiswährung, in der alle Transaktionen verbucht werden, entschieden. Intern wie extern werden in allen Bereichen beide Währungen verwendet, wobei dieses doppelte System vor dem ersten Januar 2002 abgeschafft wird. Dann wird der Euro zur einzigen Währung für sämtliche Transaktionen des Unternehmens.
Funktionelle Checkliste
Liste, die in Ergänzung zur betrieblichen Folgenabschätzung benutzt wird.
"Kein Verbot - kein Zwang"
Der Grundsatz "kein Verbot - kein Zwang" verlangt, daß es kein gesetzliches Verbot der Benutzung der Euro-Einheit geben darf, wenn alle Vertragspartner sich dazu entschließen. Gleichzeitig kann ein Vertragspartner nicht einseitig auf Verwendung der Euro-Einheit bestehen.
KMU
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind als Unternehmen jeglicher Rechtsform definiert:
1. die weniger als 250 Beschäftigte haben;
2. deren Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme 40 bzw. 27 Millionen EUR nicht übersteigt und
3. die von Großunternehmen unabhängig sind.
Konvergenzkriterien

Im Vertrag von Maastricht wurden fünf Konvergenzkriterien festgelegt, um jene Mitgliedsländer zu bestimmen, die zum Beitritt zur WWU berechtigt sind. Dabei handelt es sich um folgende Kriterien:
· Das Haushaltsdefizit darf 3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht überschreiten;
· Die Staatsverschuldung darf 60% des BIP nicht überschreiten.
· Die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 Prozent über jener der drei Mitgliedstaaten mit der geringsten Inflationsrate liegen.
· Die über einen Zeitraum von einem Jahr beobachteten langfristigen Zinssätze dürfen nicht höher als 2 Prozent über dem Durchschnitt in den drei preisstabilsten Mitgliedstaaten liegen;
· Die Währung muß sich seit mindestens zwei Jahren innerhalb der Bandbreite des Wechselkursmechanismus bewegt haben.
Nationale Pläne
Pläne, welche die Euro-Umstellung der öffentlicher Verwaltungen in jedem der WWU-Teilnehmerländer beschreiben.
Parallelumlaufperiode
Ab 1. Januar 2002 werden für einen Zeitraum von höchstens sechs Monaten Banknoten und Münzen in Euro und in den jeweiligen Landeswährungen parallel in Umlauf sein, während die Banknoten und Münzen der alten Währungen stufenweise aus dem Verkehr gezogen und durch Euro-Banknoten und Euro-Münzen ersetzt werden.
Preisbildung
Die Preisfestsetzung kann zu zwei Preiskategorien führen.
Runde Preise
Preise, die im Hinblick auf leichte Verständlichkeit und einfache Benutzung für den Verbraucher festgelegt werden, z.B. 100 Euro, 50 Euro usw.
Psychologische Preise
Preise, die so gestaltet wurden, um vom geschäftlichen Standpunkt aus attraktiver zu erscheinen. So erscheint ein Preis von 99 Euro dem Verbraucher beispielsweise sehr viel attraktiver als 100 Euro.
Preistransparenz
Die Errichtung der WWU und die Einführung des Euro werden die Preistransparenz im Binnenmarkt erhöhen. Es wird für Verbraucher und Unternehmer leichter sein, Preise von Waren und Dienstleistungen in den verschiedenen Mitgliedstaaten miteinander zu vergleichen. Dies sollte zu einem verstärkten Wettbewerb zwischen den Herstellern führen und den Handel innerhalb der Euro-Zone spürbar erleichtern.
Rundungsdifferenzen
Beträge, die von einer Ausgangswährung (z.B. 198,10 hfl) in eine andere Währung (z.B. 89,89 EUR zum Kurs von 1 EUR = 2,20371 hfl) umgerechnet werden, können bei erneuter Umrechnung in die Ausgangswährung evtl. nicht den gleichen Anfangsbetrag ergeben (z.B. 198,09 hfl).
Rundungsregel
Die Umrechnung von Beträgen zwischen Euro und Währungen von Teilnehmerstaaten wird unweigerlich zu Rundungsdifferenzen führen. So wird der Betrag, der zu zahlen oder zu buchen ist, wenn eine Landeswährung in Euro umgerechnet wird, auf die zweite Dezimalstelle abgerundet; für Umrechnungen von Euro in nationale Währungen wird auf die nächste dezimale Unterteilung einer Einheit abgerundet, je nach landesüblicher Praxis. Falls die Anwendung der Regel eine Zahl ergibt, die genau in der Mitte liegt, wird die Summe in der angemessensten Weise entweder auf das nächste Hundertstel oder die nächste Einheit abgerundet.
Schnittstellen
Schnittstellen, die Währungsbeträge enthalten, werden Euro-Beträge zeigen, wenn Sie mit Kunden, Lieferanten oder Dritten Informationen austauschen. Da während des Übergangszeitraums sowohl Landeswährungen als auch Euro benutzt werden, besteht die Gefahr, daß - wenn der Währungscode in der Mitteilung nicht angegeben ist - eine der Parteien den Betrag falsch interpretiert. So könnte beispielsweise Ihr Kunde einen Betrag in seiner nationalen Währung angeben und Sie könnten diesen als Euro-Betrag verstehen. Solche Fehler können sich störend auf die Geschäftsbeziehungen auswirken.
Deshalb ist es wichtig, in der Mitteilung die Währung anzugeben oder klare Absprachen mit Dritten zu treffen, um festzulegen, wann die Umstellung auf Euro erfolgen wird.
Das Format der Mitteilung wird bestimmen, welche Partei über das Umstellungsdatum entscheiden muß und welche Partei für mögliche Änderungen verantwortlich ist.
Bei Verwendung eines Standard-EDA-Formats wird die Umstellung auf Euro leichter möglich sein, auch wird wahrscheinlich ein Normungsgremium existieren.
Falls Sie kein Standardformat verwenden, werden Sie mit Ihren Geschäftspartnern absprechen müssen, wie und wann Sie eventuell erforderliche Umstellungen vornehmen werden.
Schuldscheine
Zertifikate, die ausgestellt werden, um die strukturelle Position des EZBS zu beeinflussen und dadurch eine Liquiditätsknappheit am Markt hervorzurufen.
Schwebende Transaktionen
Schwebende Geschäfte sind Transaktionen, die eingeleitet wurden, jedoch zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie das gesamte Buchhaltungssystem auf Euro umstellen, noch nicht abgeschlossen sind.
Beispielsweise haben Sie eine Rechnung versandt, doch die Zahlung ist noch nicht eingegangen. Diese schwebenden Geschäfte können Probleme verursachen, wenn die andere Partei die Transaktion noch in der ursprünglichen (lokalen) Währung abwickelt und Sie alle Elemente in Ihren Systemen auf Euro umstellen möchten. Diese Frage ist vielleicht hinfällig, wenn es zum Zeitpunkt der Umstellung keine offenen Posten gibt (z.B. bezahlen Sie alle ausstehenden Bestellungen vor der Umstellung und Ihre Kunden zahlen ebenfalls vor der Umstellung) oder wenn Sie Ihre Geschäftspartner dazu bewegen können, sich nach Ihrem Zeitplan zu richten.
Später aktiv
Ein Unternehmen, das beschließt, später auf Euro umzustellen, wird eventuelle Chancen nicht nutzen und keinerlei Maßnahmen zur Abwehr der sich aus der WWU ergebenden Risiken ergreifen.
Spätere Umstellung
Während des Übergangszeitraums arbeitet das Unternehmen weiterhin intern und extern mit der Landeswährung. Das Unternehmen wird Ende 2001 auf den Euro umstellen oder am 1. Januar 2002 eine "Big Bang"-Umstellung vornehmen. Der Euro wird dann zur einzigen internen und externen Geschäftswährung. Während des Übergangszeitraums müssen Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten ihre Geschäfte mit diesem Unternehmen in der nationalen Währung tätigen.
Strategische Auswirkungen
Die Einführung des Euro wird möglicherweise die Unternehmen angesichts neuer Chancen, Risiken und Herausforderungen dazu veranlassen, ihre Strategie zu überdenken.
Strategische Chance
Jeder vorhandene oder potentielle Faktor im äußeren Umfeld eines Unternehmens, der bei entsprechender Nutzung einen Wettbewerbsvorteil bringen könnte.
Strategisches Risiko
Jeder vorhandene oder potentielle Faktor im äußeren Umfeld eines Unternehmens, der die Aufrechterhaltung oder das Erzielen eines Wettbewerbsvorteils verhindern könnte.
Stufenweise Umstellung
Das Unternehmen arbeitet weiterhin intern und extern in der Landeswährung, bietet jedoch früh im Übergangszeitraum manchen externen Geschäftspartnern (beispielsweise Groß- und Hauptkunden oder -lieferanten) auch Euro-Dienstleistungen an. Während des restlichen Übergangszeitraums erweitert das Unternehmen stufenweise seine Dienstleistungen in beiden Währungen - sowohl innerbetrieblich als auch für Außenstehende.
Mit der Zeit entwickelt sich der stufenweise Ansatz in Richtung Parallelität der Dienstleistungen. Spätestens am 1. Januar 2002 wird der Euro zur einzigen Währung, in welcher das Unternehmen intern und extern arbeitet.
T.A.R.G.E.T.
Das Trans European Automated Real-Time Gross Settlement Express Transfer System (Automatisiertes Transeuropäisches Bruttoabrechnungssystem in Echtzeit - TARGET) ist ein Zahlungssystem, welches alle Echtzeit-Bruttoabrechnungssysteme (RTGS) der Mitgliedstaaten untereinander verbindet. Die nationalen RTGS-Systeme werden durch den Verkopplungsmechanismus untereinander verbunden, um in der gesamten Euro-Zone grenzüberschreitende Überweisungen am gleichen Tag zu ermöglichen. Auch RTGS-Systeme noch nicht teilnehmender Mitgliedstaaten können mit TARGET verbunden werden, vorausgesetzt, sie können in Euro arbeiten.
Technische Euro-Kompatibilität
1. Umrechnungskurse müssen 6 signifikante Ziffern haben.
Die Zahl signifikanter Ziffern ist die Anzahl der Ziffern, wobei von links gezählt wird, begonnen mit der ersten Ziffer, die nicht Null ist.
Zum Beispiel 1 EUR = 1936,27 ITL.
Zum Beispiel 1 EUR = 0,787564 IEP.
2. Ein Umrechnungskurs in beide Richtungen (keine impliziten umgekehrten Kurse).
Für Umrechnungen zwischen verschiedenen Währungen werden Sie die veröffentlichten Kurse verwenden müssen, die als 1 EUR = xxxx,xxxxxx EPC ausgedrückt werden. Dies bedeutet, daß:
· Sie für die Umrechnung von EUR in eine am Euro teilnehmende Währung (EPC - euro-participating currency) den Betrag mit dem veröffentlichten Kurs multiplizieren müssen;
· Sie für die Umrechnung von einer EPC in Euro den EPC-Betrag durch den veröffentlichten Umrechnungskurs dividieren müssen.
Die Verwendung umgekehrter Kurse (die als 1/xxxx,xxxxxx kalkuliert werden könnten) ist nicht gestattet.
3. Arithmetisches Runden auf die kleinste Untereinheit der Währung.
Wenn die nachfolgende Ziffer 5 oder größer ist, muß der Betrag aufgerundet werden. Ist die nachfolgende Ziffer 4 oder kleiner, muß der Betrag abgerundet werden.
Zum Beispiel werden 1,0049 DM auf 1,00 abgerundet, da nur die dritte Dezimalstelle berücksichtigt wird - in diesem Fall 4, was kleiner als 5 ist. 1,0050 DM würden auf 1,01 aufgerundet, da die dritte Dezimalstelle - in diesem Fall 5 - eine Ziffer ist, die größer/gleich 5 ist.
Für bfr, Pta, Lit, lfr, Esc muß bei der Rundung die erste statt der dritten Dezimalstelle berücksichtigt werden.
4. Triangulierung über den Euro für die Umrechnung zwischen lokalen Währungen innerhalb der Euro-Zone oder jede andere Umrechnungsmethode, die zu dem selben Ergebnis führt.
Dies bedeutet, daß beispielsweise ein Betrag, der von FF in DM umgerechnet werden soll, zuerst in Euro und dann von Euro in DM umzurechnen ist.
Übergangszeitraum
Dies ist der Zeitraum vom Beginn der Stufe III am 1. Januar 1999 bis zum 31. Dezember 2001. In diesem Zeitraum werden der gesetzlich existierende Euro und die sich im Umlauf befindenden alten nationalen Währungen nebeneinander bestehen.
Während dieser Stufe wird es den Euro lediglich in virtueller Form geben. Deshalb müssen alle Barzahlungen in den nationalen Währungen geleistet werden. Niemand ist verpflichtet, den Euro zu verwenden, und es ist niemandem untersagt, dies zu tun (Regel "kein Verbot - kein Zwang"). In dieser Stufe können nicht dem Bankwesen zugehörende private und öffentliche Akteure zu jedem beliebigen Zeitpunkt vor Januar 2002 auf Euro umstellen.
Umstellungsstrategie
Sobald eine Firma die Auswirkungen des Euro auf ihre Geschäftstätigkeit abgeschätzt hat, muß sie ihren strategischen und betrieblichen Ansatz hinsichtlich der Währungsunion formulieren. Die Umstellungsstrategie betrifft die Entscheidung des Unternehmens hinsichtlich des Umgangs mit den festgestellten neuen Chancen und Risiken sowie den Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen sowohl intern als auch extern auf Euro umstellen möchte und die Art und Weise, in der dies geschehen soll.
Vertrag über die Europäische Union
Auch als Maastrichter Vertrag oder einfach " EU-Vertrag" bekannt. Es handelt sich dabei im wesentlichen um eine Reihe von Änderungen und Zusätzen zu den Römischen Verträgen. Er legt die notwendigen Schritte zur Verwirklichung der WWU fest. Die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die Zusammenarbeit in der Innen- und Rechspolitik (auch als zweiter und dritter Pfeiler bezeichnet) waren die beiden entscheidenden Neuerungen des Vertrags. Er wurde 1991vom Europäischen Rat in Maastricht angenommen und trat am 1. November 1993 in Kraft.
Virtuelle Form
Geld, das von Banken aufgrund ihrer Einlagen geschaffen und nicht direkt durch Banknoten und Münzen dargestellt wird. Dieses Geld gestattet den Bankkunden, beispielsweise Zahlungen durch Überweisung von ihrem Bankkonto auf ein anderes Bankkonto, sowie durch Schecks, Kreditkartenzahlungen usw zu leisten.
Währungsbarriere für grenzüberschreitenden Handel
Die Landeswährung dient als Instrument, um den nationalen Handel vor Importeuren zu schützen. So könnte ein Land beispielsweise beschließen, seinen heimischen Markt vor ausländischen Mitbewerbern zu schützen, indem es seine Währung abwertet. In einem solchen Fall werden Produkte und Dienstleistungen in dem betreffenden Land billiger, während die Preise für ausländische Erzeugnisse und Dienstleistungen auf demselben Preisniveau bleiben.
Wechselkurs
Der in einer anderen Währung ausgedrückte Preis einer Währung, d.h. die Zahl der Einheiten einer Währung, die gegen eine Einheit einer anderen Währung gewechselt werden können.
Wechselkursrisiko
Möglichkeit des Geldverlusts aufgrund eines unvorteilhaften Wechselkurses, d.h. man erhält vielleicht aufgrund von Wechselkursschwankungen beim Umwechseln von Geld weniger Einheiten der anderen Währung als erwartet.
Am 1. Januar 1999 ist das Wechselkursrisiko zwischen den an der WWU teilnehmenden Ländern weggefallen.
Wirtschafts- und Währungsunion (WWU)

Die Ziele für eine Europäische Währungsunion in drei verschiedenen Stufen und die Schaffung einer gemeinsamen Währung für diese Union wurden im Vertrag von Maastricht (kurz "EU-Vertrag" genannt) festgeschrieben, der am 1. November 1993 in Kraft trat. Es handelt sich um folgende Stufen:
· Stufe 1 (Juli 1990 bis Oktober 1993). Ziel war die Erreichung einer größeren Konvergenz.
· Stufe 2 (November 1993 bis Dezember 1998). Ziel war eine Stärkung der Wirtschaftspolitik durch die Gründung des EWI. Im Juli 1998 wurde die EZB gegründet.
· Stufe 3 (Januar 1999 bis Juli 2002). Ziel ist die Vollendung des Binnenmarkts durch die Einführung einer einheitlichen Währung und die Arbeit der EZB.
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